Didi – der Diktate-Dienstag

Entgegen der Idee des Schreibens-nach-Gehör, die sicher in den ersten Schulwochen des ersten Schuljahres ihre Berechtigung hat,
wird die zu erreichende Rechtschreibleistung vorzugsweise durch Training in drei Übungsfeldern angestrebt:
1. Anwendung von Rechtschreibregeln – soweit keine „Unregelmäßigkeiten“ in der deutschen Sprache vorliegen
2. Einprägen (auswendiglernen) von Wortbausteinen und Wortbildern – insbesondere bei „unregelmäßigen Wörtern“
3. Ableitungen von bekannten Wörtern aus 1. und 2.

Die Herangehensweise ist demnach sinnvollerweise wie folgt:
1. Lernen und Trainieren der Rechtschreibregeln in Einheiten zu mehreren Wochen (z.B. zuletzt Groß- und Kleinschreibung)
2. kontinuierliches Durcharbeiten des für alle Schulen verpflichtenden Grundwortschatzes: Paragraf für Paragraf im Laufe eines Schuljahres (sinnvollerweise ab dem Ende des 1. Schuljahres)
3. Mischungen aus 1. und 2.
4. regelmäßige „ernsthafte“ Sicherung und Bestärkung mit Rückmeldung

Diese Übungsformen sollten nicht nur wiederholt, sondern auch regelmäßig und routiniert erfolgen.
Um die Akzeptanz und die Gewichtung sicherzustellen, hat sich z. B. folgende Regelung bewährt:
– Auch bei schriftlichen Leistungen, die nicht bezüglich der Rechtschreibung bewertet werden,
wird im Regelfall – sofern nicht störend (z. B. zu massiv) – jeder Rechtschreibfehler zumindest „angemerkt“.
– Regelmäßige „Testsituationen“ versetzen die Schreibenden in den „konzentrierten Rechtschreibmodus“,
der sich im günstigsten Fall auch in den „nicht-Testsituationen“ einschleicht.

Am Anfang der Woche – am besten noch nicht am „müden Montag“ – erscheint dieser besondere Rhythmus eher günstig,
da sich durch andere thematische Verschiebungen ab und zu im Laufe der Woche ein Übungsberg oder Hügel aufschieben kann,
der die Regelmäßigkeit stört: Also bietet sich ein von anderen Terminen oder Leistungsnachweisen unbetroffener Dienstag an.
Wenn z.B. eine Sonderveranstaltung, ein Feiertag oder merklicher Krankenstand (wie gerade in der KW48) es nahe legt,
kann sich der Didi dann auch mal auf den Mittwoch schieben – oder gar in einer Woche ausfallen.
Bei ca. 40 Schulwochen im Schuljahr kommt man erfahrungsgemäß auf 20 bis 30  Übungsdiktate.

Nachweislich erhöht sich die Rechtschreibleistung auch erheblich durch regelmäßiges Lesen.